A6 Bypass Bern-Ost

A6 Bypass Bern-Ost

Mit dem Projekt «Bypass Bern-Ost» soll die heute oberirdisch verlaufende A6 zwischen der Schosshalde und dem Anschluss Muri durch einen Tunnel mit 2 bis 3 Spuren pro Fahrtrichtung ersetzt werden. Ziel des Projekts ist die Beseitigung des «verkehrlichen Engpasses» und die Entschärfung der Verkehrsüberlastung. Die Kosten werden auf 2.5 bis 3 Milliarden Franken geschätzt.

Version 2021 (Quelle: ASTRA)

Durch den geplanten Autobahntunnel zwischen Schosshalde und Muri soll es zudem möglich werden, das durch die Autobahnschneise getrennte Quartier im Ostring wieder zu verbinden. Dieses Vorhaben ist als «Stadtreparatur» bekannt geworden. Das frei werdenden Trassee soll voraussichtlich in eine «Stadtstrasse» umgewandelt werden. Wie diese genau aussehen und genutzt werden soll, ist aber noch offen.

Das Quartier im Ostring ist durch die Autobahn und den vielen Verkehr erwiesenermassen stark belastet: Die Luftqualität ist schlechter und die Lärmbelastung ist hoch. Der Tunnel soll diese Belastungen im Quartier reduzieren.

Wir beobachten das Entstehen des Tunnelprojekts genau und werden uns als Verein in die Diskussionen einbringen. Wichtig ist uns dabei besonders:

  • Der Verkehr darf nicht von der Autobahn auf das städtische Strassennetz verlagert werden. Deswegen sollte allenfalls auf den geplanten Halbanschluss Schosshalde verzichtet werden.
  • Es dürfen keine zusätzlichen Strassen für den motorisierten Verkehr in der Stadt Bern erstellt werden.
  • Es braucht einen echten, ganzheitlichen Stadtteilentwicklungsprozess, der den Quartierbewohner*innen die Möglichkeit bietet, sich in die zukünftige Entwicklung einzubringen. Dabei darf nicht die Verkehrsperspektive im Vordergrund stehen, sondern die Bedürfnisse der Quartierbewohner*innen.
  • Eine Entsiegelung des alten Trassees ist für das Stadtklima von Vorteil.
  • Die Stadtstrasse soll so gestaltet werden, dass Querungen auf gleichem Niveau möglich sind; das heisst, dass das Tempo auf diesen Strassen reduziert werden muss.
  • Der Fuss- und Veloverkehr muss bei der «Stadtreparatur» priorisiert werden, damit die Lebensqualität für alle verbessert wird. Wie hoch die Lebensqualität ist, hängt auch davon ab, wie sicher sich alle im öffentlichen Raum bewegen können; ob für Kinder oder für ältere Menschen, für Menschen mit Gehbeeinträchtigungen oder für Velofahrer*innen.
  • Die Verlegung der Autobahn A6 in einen Tunnel darf nicht zu einer Kapazitätserhöhung führen.

Dabei sollte die Entwicklung des Ostrings nicht losgelöst vom Anschluss Wankdorf betrachtet werden. Der Prämisse des ASTRA: «Dem wachsenden Autoverkehr mehr Platz zur Verfügung stellen» widersprechen wir vom Verein Spurwechsel vehement. In Zeiten des Klimanotstands ist ein Umdenken in Sachen Verkehrspolitik, aber vor allem beim Autobahnausbau unumgänglich.

Link zu den Informationen des ASTRA: http://www.bypass-bern-ost.ch